Fahrrad Sicherheitsstufen

Wie sicher sind Fahrradschlösser? Welches Fahrradschloss ist am sichersten – und gibt es das unknackbare Fahrradschloss überhaupt? All diese Fragen stellen sich beim Kauf eines neues Fahrradschlosses. Eine erste Orientierung bieten die Fahrradschloss-Sicherheitsstufen – das sind Sicherheitskategorien, die von den jeweiligen Herstellern entwickelt wurden. Welche Fahrradschloss-Sicherheitsstufen es gibt, was sie bedeuten und welche Prüfsiegel beim Kauf wirklich wichtig sind, erklären wir hier.

Welche Sicherheitsstufen gibt es bei Fahrradschlössern?

Auf den ersten Blick können die Fahrradschloss-Sicherheitsstufen verwirrend sein – immerhin hat jeder Hersteller sein eigenes System. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Die Sicherheitsklassen verschiedener Marken lassen sich so nur bedingt miteinander vergleichen. Doch das Prinzip ist stets dasselbe: Das Fahrradschloss mit der höchsten Sicherheitsstufe schützt am besten vor Diebstahl.

Im Folgenden siehst du einen kurzen Überblick über die wichtigsten Marken und ihre Sicherheitsklassen.

Abus: Der Hersteller produziert verschiedene Fahrradschloss-Typen und hat das Abus Level-System entwickelt, das von Sicherheitsstufe 1 bis Sicherheitsstufe 15 reicht. Sicherheitskriterien werden mit einem Anteil von 75 Prozent berücksichtigt, aber auch Komfort und Design des Schlosses spielen eine Rolle.

Kryptonite: Der Hersteller bietet verschiedene Fahrradschlösser an – vom Kettenschloss, Bügelschloss und Faltschloss mit Schlüssel bis zum Kombinationsschloss. Das von Kryptonite entwickelte Bewertungssystem umfasst 10 verschiedene Sicherheitsstufen. Laut Hersteller sind Schlösser der Sicherheitsstufe 1 für den kurzen Halt in ländlicher Gegend geeignet, während die höchste Sicherheitsstufe 10 für die nächtliche Sicherhetung in Städten und Ballungsgebieten eingesetzt werden kann.

Axa: Bei Axa werden alle Fahrradschlösser in 25 Sicherheitsklassen aufgeteilt. Die Sicherheitsklasse 1 steht für ein simples Kabelschloss, während das sicherste Kettenschloss für Fahrräder und Motorräder die Sicherheitsstufe 25 erhält.

Zefal: Das französische Traditionsunternehmen stellt Fahrradzubehör und Fahrradschlösser mit Schlüssel her. Die Schlösser werden in insgesamt 5 Sicherheitsstufen aufgeteilt.

Fischer: Der Spezialist für E-Bikes stellt verschiedene Schlösser fürs Fahrrad her – darunter Bügelschloss, Faltschloss, Gliederschloss, Kabelschloss und Kettenschloss. Alle Schlösser unterteilt er in 9 Sicherheitsklassen.

Trelock: Die Fahrradschlösser von Trelock gibt es in 6 verschiedenen Sicherheitsleveln. Der Hersteller hat das System auf Basis der Materialeigenschaften und verschiedener Tests entwickelt. Security Level 1-2 eignet sich für kurze Stopps, Security Level 5-6 für die Hauptsicherung für ein hochwertiges Fahrrad über Nacht.

OnGuard: Der Hersteller bietet eine große Auswahl Schlössern fürs Fahrrad, vom Bügelschloss oder Kettenschloss mit Schlüssel bis zum Zahlenschloss. Die Schlösser werden in 100 verschiedene Sicherheitsklassen eingeteilt.

Die unterschiedlichen Prüfungssiegel erklärt

Bei der Suche nach einem sicheren Fahrradschloss fallen nicht nur die Sicherheitsstufen der Hersteller, sondern auch verschiedene Prüfsiegel ins Auge. Doch Vorsicht: Nicht alle Prüfsiegel sagen etwas darüber aus, wie viel Schutz ein Schloss bietet. Hier ein kurzer Überblick:

CE-Prüfsiegel: CE steht für Conformité européenne, also europäische Konformität. Die CE-Kennzeichnung bestätigt, dass ein Fahrradschloss die geltenden EU-Richtlinien in Bezug auf Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz erfüllt.

DIN-Prüfsiegel: Hinter der Abkürzung DIN steht das Deutsche Institut für Normung, das deutschlandweit für Standardisierungen verantwortlich ist. Das DIN-Zertifikat zeigt, dass ein Fahrradschloss nach den gültigen DIN-Normen hergestellt wurde.

TÜV Süd-Prüfsiegel: Das Siegel des TÜV gewährleistet, dass ein Fahrradschloss die aktuellen gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Über die Sicherheit oder Handhabung sagt das Siegel nichts aus.

VdS-Prüfsiegel: Die VdS-Zertifizierung ist eines der wichtigsten Kriterien, wenn es um die Sicherheit von Fahrradschlössern geht. VdS steht für „Vertrauen durch Sicherheit“. Dahinter verbirgt sich die die Schadenverhütung GmbH. Sie gehört zum Gesamtverband der deutschen Versicherer und zertifiziert Produkte aus dem Bereich Sicherheitstechnik. Die Sicherheitsklassen der VdS dienen als Grundlage für Versicherer und Polizei. Bei vielen Fahrradversicherungen ist ein Fahrradschloss mit VdS-Siegel Voraussetzung für einen Schadensersatz bei Diebstahl.

ADFC-Prüfsiegel: Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ist ein Interessenverband der Fahrradfahrer. Der Verband testet Fahrradschlösser nach einem sehr umfangreichen Prüfverfahren. Nur Fahrradschlösser, die eine hohe Sicherheit bieten, bestehen diesen Fahrradschloss-Test und erhalten das ADFC-Siegel. Auch Versicherungsgesellschaften verlassen sich auf das Urteil des ADFC.

Stiftung Warentest: Diese Institution prüft Produkte im Auftrag des Staates, um Verbrauchern eine Orientierung zu bieten. Nach einem Fahrradschloss-Test erhalten die sichersten Fahrradschlösser die Bewertung sehr gut, die weniger guten Fahrradschlösser die Bewertung ausreichend oder sogar mangelhaft.

Die Prüfinstitutionen

Ein sicheres und gutes Fahrradschloss kann man vor allem an den Prüfsiegeln von VdS, ADFC und der Stiftung Warentest erkennen. Diese Institutionen arbeiten unabhängig und erlauben einen herstellerübergreifenden Vergleich der Fahrradschlösser. Die besten Fahrradschlösser findet man in der Empfehlungsliste des ADFC: Hier sind Schlösser aufgeführt, die eine hohe Sicherheitsstufe haben und den Ansprüchen einer Fahrradvollkasko-Versicherung genügen.

Wichtig: Beim Thema Sicherheit kommt es nicht nur auf ein gutes Schloss an. Denk auch daran, das Fahrrad an einem festen Gegenstand zu befestigen und den Schlüssel sicher aufzubewahren. Hier findest du weitere Tipps gegen Fahrrad-Diebstahl.

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